Lohn der Arbeit im Weinberg

Ehrenamtliche lesen die weißen Trauben

Ehrenamtliche lesen die weißen Trauben

Einen echten Tag der Freude erlebten am 1. September die 37 Helferinnen und Helfer, die am frühen Nachmittag im Weinberg an der Schlierer Straße zusammengekommen waren, um die weißen Müller-Thurgau Trauben zu lesen. "Einfach prächtig!", kommentierte einer der Helfer den dichten Behang der Reben mit gesunden Trauben. So gut wie keine Fäulnis, vereinzelt etwas Sonnenbrand und die Vögel haben sich nur einen sehr kleinen Anteil der gelben, dickschaligen Beeren geholt. Das Wetter im Weinjahr 21/22 hat gut mitgespielt, die Traubenzone war stark entlaubt worden und die Triebe sind bestens gewachsen. Insgesamt eine sehr gute Lese, allerdings mit einem mittleren Ertrag. Die viele Sonne und die Trockenheit haben zur Ausbildung von dicken Schalen geführt mit einem etwas geringeren Saftgehalt. Durch die Steilheit des Geländes floss das Wasser bei Regen außerdem oberflächlich auf verhärteten Böden schnell ab, so dass sich im weniger steilen Bereich des Weinbergs die Trauben besser ausbilden konnten.

Doch dieser kleine Wermutstropfen schmälert den Erfolg der Ehrenamtlichen um Hans Kiderlen in keiner Weise. Etwa 1.600 Liter Traubenmost, über 76 Öchsle und fast keine kranken Trauben sind ein tolles Ergebnis. Der großartige Einsatz der Ehrenamtlichen hat sich also wieder gelohnt und man darf sich schon jetzt über den Secco freuen, der dann im April 2023 in den Verkauf kommen soll.

Gegen Ende der Lese überzeugte sich der neue Vorsitzende der Bürgerstiftung Kreis Ravensburg, Jürgen Mossakowski, von der Arbeit der Ehrenamtlichen. In einer kurzen Rede dankte er dem Team um Hans Kiderlen für den einzigartigen Einsatz zugunsten der Hospizstiftung Schussental. Auch Hans Kiderlen selbst fand lobende Worte für seine tolle Mannschaft.

Schon zur Tradition geworden ist der anschließende Hock nach der Lese mit Leberkäse, Brötchen, Kuchen und Kaffee, Wein und Bier. Erst gegen 18 Uhr fand der wunderbare Nachmittag seinen Ausklang.

Text und Fotos: Johann Stroh