Die Weinberge sind gerichtet!

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer bereiten die Reben für ein neues Weinjahr vor.

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer bereiten die Reben für ein neues Weinjahr vor.

Die Sonne lacht, wir haben wieder Wetterglück. Doch das brauchen wir auch, denn bei Regen oder Nässe wäre unsere Arbeit schlecht durchführbar oder zumindest absolut kein Vergnügen. 

Es ist Mittwochnachmittag, die 10 Tage-Vorhersage war perfekt, und eine kleine Gruppe Ehrenamtlicher ist schon den dritten Nachmittag im Einsatz, um den Rauenegg Weinberg auf Vordermann zu bringen. 

Die Reben wurden schon frühzeitig geschnitten, damit die nun fälligen Arbeiten durchgeführt werden können: Zusammenrechen des Rebschnitts, Reparatur und Verstärkung einiger Pfosten, Korrektur beim Verlauf der Drähte, Erneuerung und Befestigung derselben. 

Reihe für Reihe wird der Rebschnitt zusammengetragen, Reihe für Reihe gerecht. „Ganz schön viel Zeug!“, meint Roland. „Ja, das alles müssen wir nun auch durch den Häcksler lassen, das wird nochmals ein Kraftakt.“

Ebenfalls Reihe für Reihe schreiten Albert, Paul und Johann den Weinberg ab, prüfen die Pfosten, schlagen Krampen ein zur Befestigung der Drähte. Beim Sichten der Pfosten merken wir, dass der Weinberg in die Jahre gekommen ist, Fäulnis und Winddruck, aber auch die Feuchtigkeit nagen als Zahn der Zeit. Paul hat vor Ort das nötige Werkzeug, Albert hat im Vorfeld Metallbänder und Schrauben besorgt und alle bringen handwerkliche Erfahrung mit. 

Gegen 17 Uhr stehen wir nach getaner Arbeit noch zu dritt am Geräteschuppen. Paul hat ein Bier spendiert. „Herrlich, das tut jetzt gut - aber noch schöner ist es zu wissen, dass der Weinberg nun gerichtet ist und die Reben getrost angebunden werden können.“

„Und wie geht es weiter, was machen wir als nächstes?“, fragt Albert scherzhaft. „Häckseln, das ganze Zeug häckseln! Und die Hecken außen herum schneiden. Aber dann helfen uns wieder einige jüngere Männer der Mehlsäcke!“ 

Die Abendsonne blendet, das Bier schmeckt, die Beine sind müde und der Rücken lässt grüßen. „Wieder ein gutes Stück geschafft!“, denke ich mir.

Text: Johann Stroh

Fotos: Johann Stroh, Paul Schniepp