Ehrenamtliche mähen die Weinberge

Durch gute Team-Arbeit und mit Unterstützung der Mehlsäcke werden die Reben vom hohen Gras befreit.

Durch gute Team-Arbeit und mit Unterstützung der Mehlsäcke werden die Reben vom hohen Gras befreit.

Die Arbeit in den beiden Ravensburger Weinbergen hat dieses Jahr ausnahmsweise sehr früh begonnen. So wurden schon vor der Jahreswende die Reben zurückgeschnitten. Der Grund: Man wollte schon im Januar/Februar die Drähte und Pfosten richten und ausbessern. Dann, ebenfalls eher früh, wurden schon im März die Fruchtruten angebunden. 

Nun folgte also das erste Mähen der Weinberge, eine schwere und anstrengende Arbeit. 

Treffpunkt war am Samstag, 30. April um 9 Uhr am Rauenegg. Der Wettergott hatte uns eigentlich keinen Regen vorhergesagt, doch dieses Mal kam es anders. Trotz des schlechten Wetters waren zehn Ehrenamtliche gekommen, davon wieder einige Mitglieder der Mehlsäcke, die sich seit etwa zwei Jahren verstärkt in die Arbeit im Weinberg einbringen. 

Das Gras ist aufgrund des Regens der letzten Tage stark gewachsen und steht teilweise büschelartig zwischen den Rebreihen. Dazu ist es nass und rutschig. Vorsicht ist also angesagt, denn die Reben sollen von den Fadenmähern nicht verletzt werden. Ein lautes Surren der Mäher überzieht das Rauenegg. Die Männer arbeiten sich Reihe für Reihe durch das dicke Grün und schon nach einer Stunde sieht man einen echten Fortschritt. Der erste Schnitt ist meist mühsamer als die folgenden und so geht es langsam voran. 

„Wir müssen auch noch etwa 25 bis 30 neue Reben pflanzen.“ Hans Kiderlen hat Reben bestellt, die jetzt in einer mit Wasser gefüllten Wanne bereit stehen. Zu unserer aller Freude konnte Ralf eine große Boden-Bohrmaschine auftreiben, die uns die Arbeit nun wesentlich erleichtert. Die zu ersetzenden kranken Reben werden ausgebrochen, daneben wird das Pflanzloch angegraben und dann etwa 30 Zentimeter tief gebohrt. Auch das eine schwere Arbeit. Aber die Motivation der Ehrenamtlichen ist hoch, denn wir alle wissen, dass das Mähen ja nur fünf bis sechs Mal pro Jahr ansteht. 

Ganz enorm wichtig ist heute unser „Maschinendoktor“ Paul:

 „Der Fadenmäher hat keinen Faden mehr!“

„Kannst du mir die Maschine mal starten, ich kriege sie nicht an?“

 „Paul, warum läuft das Ding nicht richtig?“

Mit Routine und in aller Ruhe löst Paul die einzelnen Probleme und es gibt keine Stellschraube, die er nicht kennt. Einfach toll!

Inzwischen ist es fast 12 Uhr, die ersten neuen Reben sind gepflanzt, die Löcher mit Erde nachgefüllt und unser Blick schweift über einen sauber gemähten Weinberg. 

„Das sieht doch wieder super aus, das war echt gute Team-Arbeit,“ lobt Hans Kiderlen in die Runde. „Am Montag beginnen wir mit dem neuen Zaun und wir setzen die restlichen Reben.“ Die Arbeit geht uns also nicht aus. Auch das erste Spritzen ist bald angesagt und schon bald sollten einige Augen (Knospen) ausgebrochen werden, um so das Wachstum gezielt zu steuern. 

Doch bei all der Arbeit bleibt uns in einem Punkt nur die Hoffnung: Was macht das Wetter? Deshalb senden wir zum Schluss noch eine Bitte an Petrus: „Verschone uns vor Nachtfrost, die kleinen Knospen können das nicht mehr brauchen.“ Schauen wir mal und hoffen das Beste. 

Text und Fotos: Johann Stroh

Auf den Fotos zu sehen sind Ralf Briegel (in grün) und Michael Horn (in blau) beim Mähen mit dem Fadenmäher im Rauenegg.